Germany: Transparency kritisiert restriktive Umsetzung des Informationsfreiheitsgesetzes durch Bundesverwaltung

Transparency Germany criticizes restrictive implementation of the German Freedom of Information Act by the German Federal Administration

Filed under:
Posted 4 May 2010 by Transparency International Germany

Die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland e.V. kritisiert anlässlich des heute veröffentlichten Zweiten Tätigkeitsberichts des Bundesbeauftragten für Informationsfreiheit und Datenschutz (BfDI), Peter Schaar, die restriktive Umsetzung des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) durch die Bundesverwaltung. Der Bericht des BfDI über die Jahre 2008 und 2009 bemängelt die noch immer bestehenden Hürden für die allen Bürgerinnen und Bürgern zustehenden Rechte auf Aktenauskunft und Akteneinsicht. Das IFG wird daher weiterhin nur gering genutzt. Schaar kritisiert die unverhältnismäßig langen Bearbeitungszeiten und den Trend, dass Anträge immer häufiger mit Verweis auf schützenswerte „Regierungstätigkeiten“ sowie zugunsten vorgebrachter Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse abgelehnt werden. Er regt eine wissenschaftliche Evaluation des IFG durch den Bundestag und eine gründliche Überarbeitung der Ausnahmetatbestände an.

Transparency fordert insbesondere den Abbau der Ausnahmetatbestände. Die Verwaltung sollte grundsätzlich verpflichtet werden zu begründen, warum sie im jeweiligen Fall Informationsinteressen des Antragstellers bzw. der Allgemeinheit niedriger bewertet als das Interesse des betroffenen Dritten. Dieter Hüsgen, Leiter der Arbeitsgruppe Informationsfreiheit: „Die restriktive Haltung der Bundesbehörden bei IFG-Anfragen widerspricht einer modernen und offenen Verwaltung. Wir brauchen eindeutige Regelungen darüber, welche Einzelinteressen es tatsächlich zu schützen gilt. Das Recht auf Informationsfreiheit darf nur dann ausnahmsweise zurücktreten, wenn das Geheimhaltungsinteresse nachweislich in erheblichem Umfange überwiegt.“

Das Informationsfreiheitsgesetz des Bundes ist am 1. Januar 2006 in Kraft getreten. Bereits in seinem ersten Tätigkeitsbericht für die Jahre 2006 und 2007 hatte der BfDI die Umsetzung des IFG kritisiert. Für Transparency Deutschland ist die Informationsfreiheit ein wichtiges Mittel im Kampf gegen Korruption. Je leichter es Bürgerinnen und Bürgern haben, das Handeln der Verwaltung mit Hilfe des IFG transparent zu machen, um so eher wird Korruption vorgebeugt sowie ggf. wirtschaftlicher und politischer Schaden abgewendet.

Lesen Sie hier den Zweiten Tätigkeitsbericht des BfDI.

Press contact(s):

Dr. Christian Humborg
T: +49 (0) 30-54 98 98 0
E: .(JavaScript must be enabled to view this email address)

Tags:

Stay informed

Related news

29
Mar
2013

Gabon : les ONG dénoncent la condamnation du militant Marc Ona

Le CCFD-Terre Solidaire, le Secours Catholique, Sherpa, Survie et Transparency International France expriment leurs vive préoccupation suite à la ...

Building anti-corruption into the Millennium Development Goals

The MDGs aimed for major progress against inequality by 2015, but anti-corruption safeguards are needed to ensure success.

International Women’s Day: profiles of women fighting corruption

To celebrate International Women’s Day, we're highlighting women corruption fighters around the world.

Related publications

Publication cover image

Transparency in corporate reporting: Assessing the world's largest companies

This study analyses the transparency of corporate reporting on a range of anticorruption measures among the 105 largest publicly listed multinational ...

Report published – Jul 2012

Publication cover image

National Integrity System Assessment Estonia

The National Integrity System (NIS) assessment was carried out in Estonia in 2010-2012. The assessment is based on the analysis of the legal system, ...

National Integrity System assessment published – Jun 2012